Letztens fragte mich jemand, was es eigentlich mit der Aufstellungsarbeit auf sich hat.
Wozu ist sie gut?
Wie funktioniert sie?
Was bringt sie mir, wenn ich aufstelle?
Was habe ich davon, Stellvertreter zu sein?
Da wurde mir bewusst, dass ich dazu noch keine tiefergehende Information auf meiner Homepage habe. Deshalb schreibe ich vorerst einmal hier ein paar Zeilen dazu.
Was Aufstellungen eigentlich sind und wie das funktioniert, erkläre ich weiter unten, falls du es genauer wissen möchtest. Hier zunächst, was mich daran so fasziniert:
Die Magie der Aufstellungen
Für mich sind Aufstellungen magisch. Und dabei ist es egal, ob es eine Familienaufstellung, Team-, Körper-, Problem-, Horoskop- oder sonst irgendeine Aufstellung ist. Sie wirken alle auf die gleiche Weise.
Der Ablauf
Am besten beschreibe ich einfach einmal den Ablauf einer Aufstellung.
Eine Frau kommt zu mir und hat ein Problem mit ihrer Familie. Vielleicht rutscht sie immer wieder in die gleichen Muster hinein: Egal, worüber sie mit ihrem Mann spricht, irgendwann schaukelt sich das Gespräch zu einem Streit hoch. Und die Kinder stehen dazwischen.
Nun möchte sie etwas ändern. So kann es nicht weitergehen. Sie kommt zu einer Aufstellung.
Dort erläutert sie kurz das Problem und formuliert ein Ziel, das sie mit der Aufstellung erreichen möchte. Zum Beispiel: „Ich möchte verstehen, warum ich immer so reagiere, was mich so reizt.“
Nun sucht sie sich Stellvertreter für alle beteiligten Personen aus, auch für sich selbst. Sie stellt sich eine Situation vor, in der ihr Muster ausgelöst wird, und stellt die Stellvertreter so in Beziehung zueinander auf, wie es ihrem inneren Bild entspricht.

Wo würde jeder im Verhältnis zu den anderen stehen?
Gibt es eine typische Geste, einen Gesichtsausdruck, eine Haltung für die Situation?
Gibt es einen typischen Satz, den die Beteilgten sagen würden?
Dann wird sie zur Beobachterin.
Die Stellvertreter spüren sich in ihre „Rollen“ ein, sprechen ihre Sätze.
Und hier beginnt die Magie!
Es ist fast unglaublich, aber wahr. Die Stellvertreter spüren, was die Personen spüren, die sie darstellen. Sie fühlen wie diese fühlen. Das kann sogar soweit gehen, dass sie körperliche Symptome wahrnehmen, die zu der Person gehören, die sie vertreten.
Kurz: Sie treten in deren Energiefeld ein.
Und anders als die „echten“ Familienmitglieder zuhause, können sie in diesem sicheren Rahmen ausdrücken, was sie empfinden, wie es ihnen an ihrem Platz im System geht, was sie verabscheuen, worunter sie leiden, was sie sich wünschen.
Schon allein das kann eine enorme Wirkung haben: gesehen und gehört zu werden, sich äußern zu können, ohne Angst vor möglichen Konsequenzen.
Im Laufe der Aufstellung beginnt das System, sich neu zu regulieren. Stellvertreter verändern ihre Plätze, drücken ihre Wünsche aus, verschieben das starre Gleichgewicht, so dass wieder Bewegung möglich ist, dass sie anders als gewohnt reagieren können, dass Raum für die Bedürfnisse aller geschaffen wird.
Das mag mitunter etwas chaotisch anmuten, doch nur aus dem Chaos kann ein neues, gesünderes Gleichgewicht entstehen.
Meine Aufgabe in dem Ganzen
Ich habe oben erwähnt, dass Systeme selbstregulierend sind. Das ist wahr. Und alles, was geschieht, geschieht aus dem System heraus.
Doch damit überhaupt etwas geschehen kann, braucht es einen sicheren Raum, einen Rahmen, der hält. Es braucht achtsame, empathische und liebevolle Begleitung. Es braucht gelegentlich einen leichten Impuls, eine Idee, ein Angebot.
Und das ist meine Aufgabe. Ich gebe den Raum, die Zeit, den Halt, meine Intuition und Kompetenz, damit Lösung und Heilung geschehen können.
Das Ende
Die Aufstellung endet, wenn ein Punkt erreicht ist, der für alle Beteiligten in dem Moment stimmig ist. Es ist möglich, dass das Problem damit erledigt ist. Und es ist genausogut möglich, dass dies ein erster Schritt war, dem noch weitere folgen müssen, um das Problem in der Tiefe zu lösen. Dazu kann es notwendig sein, zum Beispiel im Falle unserer Aufstellerin, die Herkunftsfamilie mit einzubeziehen. Vielleicht hatte die Mutter, die Großmutter oder sonst jemand ein ähnliches Muster. Vielleicht muss die Heilung in der Ahnenreihe beginnen, damit das Thema im aktuellen Leben abgeschlossen werden kann.
Und nun?
Nun magst du denken:
„Das ist ja alles schön und gut. Aber das Ganze ist ja nur bei dieser Aufstellung und unter den Stellvertretern geklärt. Was ist mit der richtigen Familie? Mit denen, die nicht dabei waren und das nicht erlebt haben? Was mit denen, die womöglich schon viele Jahre verstorben sind?“
Das ist eine sehr gute Frage.
Die Aufstellung wirkt nicht nur bei den Anwesenden. Sie wirkt im ganzen System. Die Veränderung, die hier stattgefunden hat, findet auch im feinstofflichen Energiefeld der realen Familie statt. Bis in die Tiefen der Ahnenreihen kann auf diese Weise Auflösung und Heilung geschehen. Und das hat wiederum Auswirkungen auf das reale Leben im Hier und Jetzt.
Das ist die Magie der Aufstellungen.
Was haben die Stellvertreter davon, sich darauf einzulassen?

Wie du dir sicher vorstellen kannst, kann es auch für die Stellvertreter eine intensive Erfahrung sein. Warum wollte man sich das antun?
Ganz einfach: Sehr häufig bekommen die Stellvertreter eine Rolle, die auch etwas mit ihnen selbst zu tun hat. Vielleicht kennen sie ähnliche Gefühle, haben vergleichbare Themen.
Und sehr häufig verändert sich auch bei den Stellvertretern etwas: eine innere Einstellung, eine Annahme über jemanden oder etwas, eine Erkenntnis.
Sie haben also nicht nur jemand anderem geholfen, ein Problem zu lösen, eine Wunde zu heilen oder eine Einsicht zu erlangen. Sie haben es ein Stück weit auch für sich selbst getan.
Danach …
Die Aufstellungsarbeit ist Energiearbeit. Diese Energie, die Veränderung im System, wirkt noch einige Zeit nach. Sie durchdringt das System, entfaltet ihre Magie in der Wirklichkeit. Sie wirkt subtil und auf allen Ebenen.
Und es ist nicht selten der Fall, dass sich ein Problem mit der Zeit fast unmerklich auflöst. So, als ob es nie da gewesen wäre.
Und das Schöne: Bei einer Horoskopaufstellung läuft es im Kern genauso ab, nur dass die Stellvertreter nicht Familienmitglieder, sondern Planeten oder innere Anteile darstellen.
Ein bisschen Technik, für die, die es genauer wissen wollen
Was gibt es für Aufstellungen? Was ist das überhaupt?
Am bekanntesten ist sicher der Begriff der „Familienaufstellung“.
Doch streng genommen kann man eigentlich alles aufstellen: Familien, Teams, ein Problem und die daran Beteiligten, Krankheiten oder Organe, innere Anteile und sogar das eigene Horoskop. Die Horoskopaufstellung ist eine besondere Form der Arbeit mit inneren Anteilen.
Auf den Punkt gebracht: Alle Arten von Systemen.
Nun fragst du dich vielleicht, „Was verstehst du unter Systemen?“
Unter Systemen verstehen wir alles, was aus mehreren Teilen besteht, die auf irgendeine Weise miteinander in Verbindung stehen. Dazu gehören innere Systeme, Familien, Teams, Vereine, Firmen, Gemeinden, Städte, Länder, … bis hin zum Sonnensystem.
Alle natürlichen Systeme sind selbstorganisierend. Das heißt, sie regulieren sich selbst, so dass sie gut funktionieren.
Das klappt oft, aber nicht immer. Manchmal gibt es Störfaktoren, Muster, die sich eingespielt haben, aber trotzdem nicht gut für das System und die Beteiligten sind. Dafür kann es viele Gründe geben.
Ein Stressfaktor von Außen, der eine Krise auslöst und ein funktionierendes System aus dem Gleichgewicht bringt.
Ein neues Mitglied im System, das die bisherige Balance wanken lässt.
Oder auch etwas, das oft gar nicht bemerkt wird. Zum Beispiel ein Familiengeheimnis oder traumatische Erfahrungen von Vorfahren, die unbewusst ins aktuelle Familiensystem hineinspielen.
Sonderfall Horoskop
Auch das Horoskop ist eine Art von System. Kurz für Laien erklärt:
Das Horoskop ist ein symbolisches Abbild der Konstellationen des Sonnensystems zum Zeitpunkt der Geburt, vom Geburtsort aus gesehen. Es besteht aus dem Tierkreis (von Widder bis Fische), den Planeten des Sonnensystems, und so genannten Achsen (grob gesagt: den vier Himmelsrichtungen) und Häusern.
In der Astrologie verkörpern die Planeten unterschiedliche innere Anteile (z.B. Mond steht für Gefühl, Merkur für Denken und Kommunikation, Mars für Handeln und Durchsetzungskraft, usw.). Die Tierkreiszeichen, in denen sie stehen, zeigen, auf welche Art und Weise sich diese inneren Anteile ausdrücken, und die Häuser sind die Lebensbereiche, in denen sie hauptsächlich aktiv sind.
Auch hier kann es zu Störungen kommen, wenn sich Anteile nicht so ausdrücken können, wie sie gerne würden, oder wie es für den Menschen als Ganzes besser wäre.
Das soll fürs Erste als Erläuterung genügen.
Wie sieht das Ganze nun konkret aus? –
Erlebe Familienaufstellungen und Horoskopaufstellungen live mit!
In regelmäßigen Abständen finden Aufstellungstage in meinem Praxisraum in Tübingen statt. Termine kündige ich auf der Seite Aktuelles an. Du kannst dich auch für meinen Wachstumsbrief anmelden, um informiert zu bleiben und monatlich neue Impulse zu bekommen.
Das ist die Gelegenheit, dir einen eigenen Eindruck zu verschaffen. Erlebe die Aufstellungen als Stellvertreter oder Stellvertreterin mit und spüre die Magie!
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Bildquellen:
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Oben: Centre for Ageing Better auf Unsplash
Unten: Rosie Sun auf Unsplash
