
Manche Wunden heilen nicht – und doch …
Dieser Gedanke kam mir bei einem wunderbaren Spaziergang, als ich diese verletzte Birke sah.
… und doch … findet das Leben immer einen Weg.
Die Birke muss vor vielen Jahren zwei Äste – oder einen Ast und den Stamm – verloren haben. Die Säge- und Bruchstellen sind vernarbt und zeugen von dem Trauma des Verlusts. Wie es aussieht, bleibt hier immer eine offene Wunde, durch die Feuchtigkeit und Mikroorganismen ins Innere eindringen können.
Das Leben findet immer einen Weg
Der Überlebens- und Wachstumsdrang der Birke hat den Trieb aus der Wunde heraus weiterwachsen lassen. Aus diesem Trieb ist ein neuer Stamm geworden, der das tut, wozu er bestimmt ist: er wächst gen Himmel und lässt neue Äste und Zweige sprießen. Seine Blätter versorgen uns weiterhin durch ihre Fotosynthese mit Sauerstoff, er steht aufrecht und schön am Wegesrand und schämt sich seiner Wunden nicht.
Wer von uns lebt ohne Wunden?
Wunden, die uns zugefügt wurden – mit oder ohne Absicht, wissentlich oder unbewusst. Wunden, die wir bemerken, spüren, an denen wir leiden. Oder welche, die wir verdrängt haben oder um die wir nicht einmal wissen. Wunden, die wir vielleicht von früheren Generationen übernommen haben, ohne etwas davon zu ahnen.
Und doch: Das Leben findet immer einen Weg.
Wir leben mit den Narben, mit den Erfahrungen, mit dem Leiden – aber auch mit dem Lebenswillen und der Kraft, die aus diesen Wunden erwachsen sind.
Das ist das Wunder des Lebens.
Doch was, wenn die Wunde nässt, die Narbe schmerzt?
Auch das kennen sicher die meisten von uns.
Dann ist es gut, sich der Wunde zuzuwenden. Sie wahrzunehmen, mit Mitgefühl und Liebe. Oder zu spüren, welchen Schmerz, welche Trauer oder Wut sie in uns auslöst. Und auch das zuzulassen. Denn nur so kann Heilung beginnen. Und wenn keine vollkommene Heilung möglich ist, auch das in Würde anzunehmen.
Vielleicht fragst du dich, wozu?

Warum soll ich mich mit meinen Wunden auseinandersetzen?
Wozu mich dem Leiden und dem Schmerz zuwenden?
Damit du es machen kannst wie die Birke: deiner Bestimmung folgen, dem Himmel entgegenwachsen, neue Äste, Zweige und Blätter wachsen zu lassen und dich dem Leben zu schenken.
Damit du aufrecht und schön stehen und gehen kannst, ohne dich deiner Wunden und Narben zu schämen.
Damit du den Lebenswillen und die Kraft spürst, die aus diesen Wunden erwachsen ist.
Ein mutiger Schritt
Um den Mut für diesen Schritt aufzubringen, braucht es einen sicheren und geschützten Raum, wertschätzende Begleitung, jemanden, der den Weg mitgeht, ohne zu drängen, ohne gleich eine Lösung oder ein Pflaster zu verschreiben. Jemanden, der aufmerksam zuhört, da ist, Halt und Raum gibt und den Prozess der Erkenntnis und der Heilung mitgeht.
Wenn es in deinem Leben gerade eine solche Wunde gibt, der du dich zuwenden möchtest, dann begleite ich dich gerne auf diesem Weg. Meine Tür steht dir offen. Wenn du möchtest, klopfe gerne an und wir schauen gemeinsam, ob wir einen Teil deines Weges gemeinsam gehen.
Um sicher zu sein, dass ich auch da bin, schreib mir vorher kurz eine E-mail an k.hoffmann@wachstumswege.de oder ruf mich an unter 0174 / 916 0042.
Manchmal ist es auch hilfreich, einen Schritt des Weges gemeinsam mit anderen zu gehen. Dazu gibt es am 18. Oktober Gelegenheit, bei einem Aufstellungstag in meiner Praxis in Tübingen. Melde dich jederzeit an, entweder, um selbst ein Anliegen zu stellen, oder zuerst einmal als Stellvertreter oder Stellvertreterin in meine Arbeit hineinzuspüren.
Wenn du noch unsicher bist, lies hier, was Menschen sagen, die durch meine Tür gegangen sind.
Ich freue mich, von dir zu hören.
Alles Liebe,
Karin
