Sonne, Sonne komm hervor: Zur inneren Mitte finden


Heute möchte ich Ihnen ein kleines Lied vorstellen, das mich sehr berührt und das mich zum Thema dieses Newsletters inspiriert hat.

Sonne, Sonne, komm hervor
aus deinem goldnen Himmelstor,
strahle mich so lange an
bis ich selber strahlen kann.

Selber strahlen - was für ein Gefühl, selbst von innen heraus zu strahlen, die innere Sonne zu spüren und leuchten zu lassen! Vielleicht kennen Sie die Momente, in denen das bei Ihnen der Fall ist, und wenn Leute zu Ihnen sagen "Du siehst aber glücklich aus" oder "Du strahlst ja richtig!". Für mich hat dieses Strahlen damit zu tun, dass ich in meiner Mitte bin, in Frieden mit mir und meinem Leben.

Und dann gibt es Zeiten, zu denen das nicht so ist, in denen ich mich von meiner inneren Mitte entfernt habe. Oft hat es damit zu tun, dass im Außen viel los ist, dass ich viel mit anderen Menschen zu tun habe oder die Tage mit pausenloser Aktivität gefüllt sind. Bei mir äußert sich das zum Beispiel darin, dass ich mir nicht mehr sicher bin, ob das, was ich gerade tue, meinem eigenen inneren Wollen entspringt oder ob ich es einfach nur mache, weil ich meine, ich sollte. Oder ich hoffe, dass mir Entscheidungen, die anstehen, von außen abgenommen werden. Vielleicht kennen Sie ja auch solche oder ähnliche Situationen.

Wenn ich hingegen in meiner Mitte bin, weiß ich, dass ich das, was ich tue wirklich selbst will. Und ich treffe meine Entscheidungen aus einer inneren Gewissheit heraus.

Doch wie komme ich zur inneren Mitte, wenn ich gerade außer mir bin? Hierzu möchte ich ein paar Gedanken mit Ihnen teilen.


Vorhandene Ressourcen aktivieren


Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und sorgen Sie dafür, dass Sie nicht gestört werden. Machen Sie es sich bequem - vielleicht möchten Sie die Augen schließen - und erinnern Sie sich an eine Situation, in der Sie ganz in Ihrer Mitte waren und von innen heraus gestrahlt haben. Falls Ihnen gerade keine einfällt, lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf und stellen Sie sich vor, wie eine solche Situation aussehen könnte.

Lassen Sie diese Situation vor Ihrem inneren Auge in allen Farben erblühen. Nutzen Sie Ihre Sinne, um das Bild lebendig werden zu lassen. Was sehen, hören, riechen, spüren und schmecken Sie? Geben Sie sich ganz in diese Situation und in dieses Gefühl des Strahlens aus der Mitte hinein.

Wenn dieses Gefühl ganz präsent in Ihnen ist, lösen Sie es von der konkreten Situation ab und lassen Sie sich von dem Gefühl durchdringen - in jeder Zelle. Lassen es sich in Ihrem ganzen Körper ausbreiten - von der Mitte (dem Sonnengeflecht) bis an Ihre Körpergrenzen - und noch weit darüber hinaus. Lassen Sie es wachsen, bis Sie selbst dieses Gefühl sind.

Nun können Sie das Gefühl, ganz in Ihrer Mitte zu sein und von innen heraus zu strahlen, mit in Ihren Alltag nehmen. Nehmen Sie wieder deutlich Ihren Atem wahr, spüren Sie Ihren Körper, die Unterlage, auf der Sie sitzen oder liegen, und stellen Sie beide Füße fest auf den Boden. Bewegen Sie sich, öffnen Sie die Augen - und strahlen Sie!

Eine weitere Möglichkeit ist es, diese Übung vor dem Einschlafen zu machen. Auf diese Weise kommen Sie sozusagen im Schlaf zu Ihrer Mitte und verankern das Gefühl auf einer tieferen Ebene. Ach ja, unser Gehirn lernt am besten durch Wiederholung - scheuen Sie sich also nicht, die Übung regelmäßig zu machen. Sie werden sehen, dass es mit der Zeit auch ganz von alleine passiert, dass Sie dieses Strahlen verinnerlichen.


Mandalas, Spiralen und Kreise malen


Nehmen Sie sich auch dafür etwas Zeit und Raum für sich, ohne gestört zu werden. Nehmen Sie ein Blatt Papier und Stifte und malen Sie ein Mandala - ganz so, wie es aus Ihrer Hand fließen mag. Sie können die Umrisse von innen nach außen zeichnen und dann von außen nach innen ausmalen. Oder beides von außen nach innen - wichtig ist es, dass Sie am Ende am Mittelpunkt ankommen. Lassen Sie dabei Ihre Hand von Ihrem Inneren führen und - ganz wichtig: lassen Sie dabei alle Vorgaben, Schönheitsideale und vor allem jeglichen Perfektionismus außen vor. Es geht nicht um künstlerische Perfektion (was immer das sein mag), sondern um ein meditatives Zur-Mitte-Kommen.

Falls Sie Ihr Mandala nicht selbst vorzeichnen wollen, können Sie auch zu einer fertigen Vorlage greifen. Hier finden Sie einige Beispiele.

Eine einfachere, aber genauso wirksame Variante ist diese: Nehmen Sie sich zu Ihrem Papier ein Stück Kohlekreide. Kommen Sie ganz zur Ruhe und schließen Sie die Augen. Nun malen Sie mit geschlossenen Augen einen Kreis oder eine Spirale. Die Spirale malen Sie bitte von außen nach innen. Wiederholen Sie diese Bewegung (auf dem gleichen Papier!) so oft und so lange, bis Sie das Gefühl haben, in Ihrer Mitte angekommen zu sein. Als ich diese Übung vor einigen Jahren bei einer Familientherapeutin gemacht habe, war ich oft erstaunt über die Bilder, die dabei herausgekommen sind.


Bewegung, Rhythmus, Tanz im Kreis


Gehen Sie joggen oder schwimmen? Wenn ja, ist es eine gute Möglichkeit, sich eine schöne Strecke in der Natur oder in einem See zu suchen, auf der Sie sich im Kreis oder auch in einer Spirale von außen nach innen bewegen können. Auch hier gilt wieder: nehmen Sie sich nichts vor, lassen Sie jeden Leistungsgedanken los, und geben Sie sich ganz der (langsamen) Bewegung hin. Spüren Sie Ihren Körper, Ihren Atem und den gleichmäßigen Rhythmus der Bewegung. Lassen Sie alle Gedanken, die kommen, einfach vorbeiziehen, so wie die Landschaft an Ihnen vorbeizieht.

Spüren Sie hin, wann Sie in Ihrer Mitte angekommen sind und hören Sie auf, bevor Ihre Kräfte nachlassen. Schließlich wollen Sie ja vital und gekräftigt aus der Übung hervorgehen. Wenn Sie eine Spirale gelaufen oder geschwommen sind, hören Sie auf, wenn Sie in der Mitte sind. Verweilen Sie eine Weile dort und machen sich mit diesem Gefühl wieder auf den direkten Weg nach außen und in Ihren Alltag.

Falls Sie gerade keinen See oder keine Natur zur Hand haben und die Zeit auch etwas knapp ist, nehmen Sie sich einfach zu Hause eine Auszeit und lassen vor Ihrem inneren Auge einen See oder eine schöne Strecke erscheinen. Schließen Sie die Augen und schwimmen oder gehen Sie Ihre Runden im Inneren.

(Nachgedanken und Ergänzungen zum "Lauf in die Mitte" können Sie hier nachlesen.)

Wenn Sie gerne tanzen, bieten sich auch Kreistänze in einer Gruppe an, um sich gemeinsam wieder zu zentrieren. Oder - sofern Sie schwindelfrei sind - probieren Sie mal den Sufitanz aus. Diesen finde ich faszinierend, habe ihn aber selbst noch nie ausprobiert.

Hier ein Link zum Thema Tanzen, den ich sehr interessant finde. Vielleicht fühlen Sie sich ja inspiriert.


Ein Labyrinth von außen nach innen gehen


Eine ähnliche, doch gemächlichere Variante der dynamischeren Kreisbewegung ist der Gang in ein Labyrinth. Die Suche nach dem Weg in die Mitte spiegelt sich im Außen und im Innen. Ein Labyrinth spiegelt den Lebensweg und kann auch sonst noch viel. Mehr dazu finden Sie hier


Dies sind nur einige Anregungen, die uns immer wieder zu unserer Mitte bringen können. Und wenn Sie in Ihrer Mitte sind, dann strahlen Sie auch nach Außen. Das Leben und die Anforderungen des Alltags fallen Ihnen leicht, Sie sind im Gleichgewicht.

Wenn Sie noch weitere Wege zur Mitte, zur inneren Sonne kennen, freue ich mich, wenn Sie diese mit mir und den Lesern teilen. Schreiben Sie mir einfach eine E-Mail.




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